Bereits im Labormaßstab erfordert der Transfer neuer biotechnologischer Entwicklungen in ein Produktionsverfahren die Berücksichtigung zahlreicher verfahrenstechnischer Parameter. Limitierende Prozessgrößen, wie Leistungs- oder Sauerstoffeintrag, müssen frühestmöglich in die Produktentwicklung bzw. -optimierung einfließen.
Das zweitägige Seminar Bioprozessentwicklung vermittelt die notwendigen Kenntnisse, um die Reaktions- und Transportprozesse in Produktionsreaktoren zu verstehen und Ergebnisse aus dem Labormaßstab für eine verfahrenstechnische Anlagenauslegung zu nutzen.
Es werden anwendungsnahe, einfach handhabbare Methoden zur Beschreibung und Skalierung vermittelt. Dies anhand konkreter Beispiele und Erfahrungen aus dem biotechnologischen Produktionsalltag und Laborbetrieb. Neben einfachen Berechnungen werden interaktive Bioreaktorsimulationen und Demonstrationsversuche inklusive praxisorientierter Auswertung der Ergebnisse vorgestellt.
Quereinsteigende in dem Bereich Bioprozesse/Bioverfahren, Naturwissenschaftler:innen, Chemieingenieur:innen, Projektmanager:innen, Techniker:innen, die mit der Entwicklung biotechnologischer Produkte zu tun haben und diese verfahrenstechnisch beschreiben und in eine Produktion transferieren bzw. ihre Kenntnisse um den Bereich Bioprozesse erweitern wollen.
Naturwissenschaftlich-technische Grundkenntnisse genügen zur erfolgreichen Teilnahme. Grundlegende mikrobielle und enzymatische Kenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.
Prof. Dr.-Ing. Nils Tippkötter ist seit Oktober 2026 Professor für Bioverfahrenstechnik an der Technischen Universität Braunschweig und leitet dort das Institut für Bioverfahrenstechnik. Zuvor hatte er seit 2017 die Professur für Bioverfahrenstechnik und Downstream Processing an der FH Aachen inne, wo er weiterhin in verschiedenen industrienahen Forschungsprojekten tätig ist. Seine Arbeitsgebiete umfassen die Entwicklung und Auslegung biotechnologischer Prozesse, Bioreaktoren und Aufarbeitungsverfahren sowie Scale-up und Prozessintegration. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung nachwachsender Rohstoffe und biogener Reststoffströme in Bioraffinerieprozessen. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war und ist er an zahlreichen anwendungsnahen Forschungs- und Verbundprojekten mit Industriepartnern beteiligt.
Dr.-Ing. Sebastian Wiesen promovierte ebenfalls im Bereich Bioverfahrenstechnik. Derzeit leitet er den Fermentationsbetrieb der Corden Biochem GmbH am Standort Frankfurt am Main mit insgesamt ~3.000 m³ Fermentationsvolumen. Darüber hinaus ist er Projektleiter der gentechnischen Anlage und leitet die Technologietransfers im Bereich USP. Vor seiner Tätigkeit in der großtechnischen Bioproduktion war er bei der Direvo Industrial Biotechnology als Senior Scientist in den Bereichen Prozessentwicklung und Scale-up von Fermentationsprozessen, sowie Applikations- bzw. Produktentwicklung von Enzymformulierungen für den Einsatz in Bioethanolanlagen tätig.
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